Hip Hop: Verbindung zu anderen Musikstilen und zwangsläufige Grenzen der Fragestellung

Zu den Ursprüngen des HipHop werden westafrikanische Griots (wandernde Geschichtenerzähler) und mittlerweile zu Legenden stilisierte Block Parties in der Bronx gerechnet.

Deren Wurzeln wiederum in jamaikanischen mobilen Diskotheken (Sound-Systems) liegen, die damit den Boden für das DJing als Kulturform geschaffen haben. Von seinen Ursprüngen her stellt sich der Hip Hop damit als eine Mischform dar, dessen Verbindung zu anderen Musikstilen keine zwingend geradlinige Richtung vorgab, sondern variabel gestaltet werden konnte und von den dominierenden Musikstilen der beim Djing verwendeten Platten geprägt war.

Auch der Rap als eine der MCing-Formen, die die wichtigste musikalische Grundlage des HipHop darstellt, ist als Stilelement des vokalischen Nachahmens von Instrumenten nicht explizit einer konkreten Musikrichtung verpflichtet, sondern öffnet sich als Ventil jener Form, der das imitierte Instrument und ihr Sound oder Rhythmus verpflichtet ist. Folgerichtig vertragen sich bis heute auf HipHop - Platten typische Beats mit Soul-, Reggae- und Ska-Einflüssen ebenso gut wie mit klassischen Elementen. Ab den 80er Jahren wurde der Einfluss des R'n'B auf den HipHop immer präsenter. Als expliziter "Reycling-Stil" (Zitat Musikwissenschaftler Volkmar Kramarz) ist HipHop bis heute jedoch zwangsläufig ein stilistischer Multitasker geblieben, dessen Verbindung zu anderen Musikstilen sich eher an individuellen Präferenzen des Trackproduzenten richten als an musiktheoretischen Vorgaben. Wissenschaftler haben sich denn auch bis heute eher für musiksoziologische Fragen und Aspekte der Bedeutung der menschlichen Stimme im HipHop interessiert als für Fragen gegenseitiger Einflüsse zwischen HipHop und anderen Musikstilen, die notgedrungen immer nur einen eingeschränkten Teilbereich des HipHop abdecken würde. Ein Versuch, dem heutigen HipHop musiktheoretisch Verbindungen zu anderen Musikstilen versifizierbar nachzuweisen, müsste folgerichtig zwangsläufig an der Realität des mittlerweile weltweit verbreiteten, dadurch aber auch kommerziell normierten Musikstils vorbei gehen.

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